Jemand bricht zusammen und reagiert nicht mehr. Jetzt zählt jede Sekunde, und du musst entscheiden: Seitenlage oder drücken? Eine einzige Frage gibt dir die Antwort, und wir zeigen dir, welche.
Jemand liegt am Boden und reagiert nicht. Ob du ihn in die Seitenlage legst oder drückst, entscheidet allein die Atmung: Atmet die Person normal oder nicht?
Achte auf deine eigene Sicherheit. Sprich die Person laut an und fass sie an den Schultern. Reagiert sie nicht, ruf laut um Hilfe und wähl die 112, Handy auf Lautsprecher. Seit 2025 rufst du laut Leitlinien an, bevor du die Atmung prüfst. So hilft dir die Leitstelle von Anfang an.
Neig den Kopf nach hinten und heb das Kinn an. Halt deine Wange über Mund und Nase und schau auf den Brustkorb: sehen, hören, fühlen. Liegt die Person auf dem Bauch, dreh sie vorher vorsichtig auf den Rücken.
Das Herz schlägt, nur das Bewusstsein ist weg. Auf dem Rücken kann die Zunge nach hinten fallen und die Atemwege verschließen. In der Seitenlage bleiben sie frei, und Erbrochenes kann ablaufen.
Dann liegt meist ein Herz-Kreislauf-Stillstand vor. Vorsicht bei Schnappatmung: seltene, schnappende Atemzüge kurz nach dem Stillstand. Sie sieht aus wie Atmen, ist aber keine normale Atmung. Bist du unsicher, beginn mit der Herzdruckmassage.
Die Seitenlage nach der Anleitung der DGUV, die Herzdruckmassage nach den aktuellen Leitlinien. Wähl aus, was du brauchst.
Knie dich seitlich neben die Person und streck ihre Beine. Leg den nahen Arm angewinkelt nach oben, die Handfläche zeigt nach oben. Hol den fernen Arm über die Brust und leg den Handrücken an ihre Wange. Halt die Hand dort fest.
Greif das ferne Bein am Oberschenkel, nicht im Gelenk, und beug es. Zieh die Person dann an Bein und Hand zu dir herüber auf die Seite.
Streck den Hals nach hinten und öffne den Mund leicht. Richte die Hand an der Wange so aus, dass der Kopf überstreckt bleibt.
Ist die 112 noch nicht informiert, ruf jetzt an. Bleib bei der Person und kontrollier ständig ihre Atmung. „Stabil“ ist nur die Lage, nicht die Person: Ihr Zustand kann sich jederzeit ändern.
Leg die Person auf den Rücken, auf eine harte Unterlage, und mach den Oberkörper frei. Setz einen Handballen auf die Mitte der Brust, auf die untere Hälfte des Brustbeins, und die zweite Hand darauf.
Drück mit gestreckten Armen 5 bis 6 cm tief, 100 bis 120 Mal pro Minute. Entlaste den Brustkorb nach jedem Drücken ganz, die Hände bleiben liegen. Tipp: Drück im Takt von „Stayin' Alive“.
Hast du Beatmen gelernt, wechselst du 30-mal Drücken mit 2 Beatmungen ab. Sonst drückst du einfach ununterbrochen weiter. Beides ist richtig.
Drück weiter, bis die Person wieder normal atmet oder der Rettungsdienst übernimmt. Seid ihr mehrere, wechselt euch ab, damit die Kraft reicht.
Schick jemanden los, einen Defibrillator (AED) zu holen. Ist er da: einschalten und den Ansagen folgen. Das Gerät erklärt dir jeden Schritt, falsch machen kannst du damit nichts.
Hört die Person in der Seitenlage auf, normal zu atmen, dreh sie auf den Rücken und beginn sofort mit der Herzdruckmassage. Atmet sie während der Herzdruckmassage wieder normal, hör auf, prüf die Atmung und bring sie in die Seitenlage.
Der größte Fehler ist, gar nichts zu tun. Beim kräftigen Drücken können Rippen brechen. Das klingt schlimm, heilt aber wieder. Ohne Herzdruckmassage überlebt die Person einen Herzstillstand dagegen meist nicht.
Hast du Beatmen gelernt und traust es dir zu, wechselst du 30-mal Drücken mit 2 Beatmungen ab. Hast du es nicht gelernt oder möchtest du nicht beatmen, drückst du einfach ununterbrochen weiter. So sehen es auch die Leitlinien vor.
Dann behandelst du es wie keine normale Atmung und beginnst sofort mit der Herzdruckmassage. Die Leitstelle am Telefon hilft dir bei der Einschätzung.
Nicht direkt. Dreh die Person zuerst vorsichtig auf den Rücken, damit du die Atemwege freimachen und die Atmung prüfen kannst. Atmet sie normal, bringst du sie danach in die Seitenlage. Atmet sie nicht normal, beginnst du mit der Herzdruckmassage.
Liegt die Person auf dem Rücken, atmet normal und ihre Atemwege bleiben frei, lass sie erst einmal so liegen und frag die Leitstelle. Droht sie zu ersticken, etwa an Erbrochenem, gehen freie Atemwege vor: Dann dreh sie vorsichtig auf die Seite.
Die Grundfrage ist dieselbe, die Wiederbelebung läuft bei Babys und Kindern aber anders ab, zum Beispiel mit fünf Beatmungen zu Beginn. Wie das geht, lernst du in unserem Kurs Erste Hilfe am Kind.